Der Überblick/Wirtschaft

Deutschland konkurriert stärker mit China als jede andere große EU-Volkswirtschaft

Eine EZB-Analyse zeigt: Besonders Maschinenbau und Fahrzeugindustrie geraten auf Drittmarkten unter Druck, während China gleichzeitig weniger europäische Industriegüter importiert.

Industrielle Fertigung als Symbol für internationalen Wettbewerb im Maschinenbau

China konkurriert zunehmend in Deutschlands stärksten Exportbranchen

Die EZB sieht die stärkste Überschneidung zwischen chinesischen Exporten und dem deutschen Warenkorb ausgerechnet bei Branchen, die über Jahrzehnte zentrale Wachstumstreiber waren. Dazu zählen Maschinenbau, Fahrzeuge und andere technologieintensive Industriegüter.

China exportiert längst nicht mehr vor allem einfache Konsumgüter. Der Schwerpunkt verschiebt sich zu höherwertigen Produkten, bei denen deutsche Unternehmen traditionell stark waren.

Der Druck entsteht nicht nur auf dem chinesischen Markt

Europäische Hersteller verlieren auch in Drittmärkten Marktanteile, wenn chinesische Anbieter dort schneller wachsen. Laut EZB sinkt der Anteil der EU am globalen Warenexport besonders in Branchen und Regionen, in denen China seine Präsenz stark ausgebaut hat.

Für deutsche Unternehmen bedeutet das, dass der Wettbewerb nicht mehr nur um Kunden in China geführt wird. Chinesische Maschinen, Fahrzeuge und Industrieprodukte treten zunehmend in denselben Exportmärkten an wie deutsche Produkte.

Gleichzeitig importiert China weniger aus Europa

Der zweite Effekt wirkt auf der Importseite. Je mehr China selbst produziert, desto weniger europäische Industriegüter werden benötigt. Nach Einschätzung der EZB trifft das besonders Länder, die eng in europäische Auto- und Fertigungsketten eingebunden sind.

Deutschland ist deshalb doppelt exponiert: über stärkere Konkurrenz auf Weltmärkten und über sinkende Nachfrage aus China. Genau diese Kombination macht den industriellen Umbau so anspruchsvoll.

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