Der Überblick/Wirtschaft

44 Prozent elektrifizierte Neuwagen, Produktion 16 Prozent unter 2019

Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos erreichten im August zusammen den höchsten Anteil seit dem Ende des Umweltbonus 2022. Zugleich blieb die Pkw-Fertigung in Deutschland in den ersten acht Monaten unter dem Vorjahreswert und deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Symbolbild: industrielle Produktion in Deutschland

Elektrifizierte Antriebe legen zu

Im August entfielen 44 Prozent der deutschen Pkw-Neuzulassungen auf Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos zusammen. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) war das der höchste Anteil seit dem Ende des Umweltbonus im Jahr 2022. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Neuzulassungen dieser drei Antriebsarten zusammen um 49 Prozent.

Die 44 Prozent beschreiben den Anteil an allen Neuzulassungen, nicht den Anteil rein batterieelektrischer Autos allein. In der Kennzahl sind auch Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge enthalten. Sie zeigt daher, wie stark elektrifizierte Antriebe insgesamt im Neuwagenmarkt vertreten waren, erlaubt aber keinen direkten Rückschluss darauf, wie sich die Zulassungen auf die einzelnen Antriebsarten verteilten.

Inlandsaufträge für Batterieautos steigen

Auch bei den Bestellungen gibt es ein deutliches Plus: Die inländischen Bestellungen bei deutschen Herstellern für rein batterieelektrische Pkw lagen im August 62 Prozent über dem Vorjahresmonat. Diese Zahl bezieht sich ausdrücklich auf batterieelektrische Fahrzeuge und auf Aufträge im Inland. Sie ist damit nicht dasselbe wie die Zahl der Neuzulassungen oder die Produktionsmenge.

Der Anstieg steht neben dem kräftigen Zuwachs bei den Zulassungen, misst aber eine andere Stufe des Geschäfts. Bestellungen können Hinweise auf die Nachfrage bei den Herstellern geben; aus den vorliegenden Zahlen lässt sich jedoch nicht ableiten, wann oder in welchem Umfang sie in Produktion und Zulassungen münden. Ebenso wenig belegt der Monatsvergleich, ob sich der Zuwachs in den kommenden Monaten fortsetzt.

Fertigung bleibt hinter 2019 zurück

Die heimische Pkw-Produktion entwickelte sich schwächer als die elektrifizierten Neuzulassungen. Von Januar bis August lag sie laut VDA vier Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Verglichen mit 2019, dem Vorkrisenniveau, betrug der Rückstand 16 Prozent. Die Zahlen machen deutlich, dass ein wachsender Anteil elektrifizierter Neuwagen nicht gleichbedeutend mit einer Rückkehr der deutschen Fertigung zu früheren Produktionsständen ist.

Beide Kennzahlen haben unterschiedliche Bezugsgrößen: Die 44 Prozent beziehen sich auf die Neuzulassungen im August, der Produktionsvergleich dagegen auf die ersten acht Monate des Jahres. Sie beschreiben daher keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung. Aus den Angaben lässt sich nicht erkennen, welcher Anteil der in Deutschland zugelassenen elektrifizierten Fahrzeuge hier produziert wurde oder wie viel der heimischen Fertigung auf bestimmte Antriebsarten entfiel.

Exporte gehen im August zurück

Auch die Ausfuhren deutscher Pkw lagen im August unter dem Vorjahresmonat: Der VDA meldete einen Rückgang um zwölf Prozent. Damit stehen drei unterschiedliche Signale nebeneinander: ein höherer Anteil elektrifizierter Fahrzeuge an den Neuzulassungen, ein starkes Plus bei inländischen Bestellungen für batterieelektrische Modelle und niedrigere Produktion sowie Exporte im jeweiligen Vergleichszeitraum.

Für die Einordnung ist deshalb entscheidend, die Reichweite der Zahlen nicht zu vermischen. Die Zulassungsquote beschreibt die Zusammensetzung des deutschen Neuwagenmarkts. Produktions- und Exportwerte zeigen dagegen die Entwicklung der Fertigung und des Absatzes aus Deutschland. Zusammen belegen die Daten eine wachsende Präsenz elektrifizierter Antriebe bei Neuzulassungen, aber noch keine Rückkehr der heimischen Pkw-Produktion auf das Niveau von 2019.

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