Das bisherige Sparprogramm reicht Volkswagen nicht mehr
Volkswagen-Markenchef Thomas Schäfer erklärte Beschäftigten in Wolfsburg, der Konzern müsse sein Performance-Programm nochmals deutlich verschärfen. Die 2024 vereinbarten Maßnahmen hätten die strukturellen Probleme nicht ausreichend gelöst.
Der neue Druck folgt unmittelbar auf eine Gewinnwarnung. Volkswagen erwartet 2026 nur noch eine operative Rendite von höchstens einem Prozent. Belastungen kommen unter anderem aus dem China-Geschäft und von Porsche.
Weitere 50.000 Stellen sollen wegfallen
Im Rahmen des konzernweiten Umbaus ist der Abbau von weiteren 50.000 Arbeitsplätzen vorgesehen. Die Maßnahmen sollen mit Arbeitnehmervertretern verhandelt werden, nachdem Volkswagen einen offenen Konflikt mit den mächtigen Gewerkschaften zunächst vermieden hatte.
Parallel stehen langfristig vier deutsche Werke unter besonderem Druck, weil ihnen im kommenden Jahrzehnt Modelle fehlen könnten. Dazu gehören nach früheren Reuters-Berichten Standorte wie Emden, Zwickau, Neckarsulm und Hannover.
China, Elektroautos und Kosten treffen gleichzeitig
Volkswagen steht vor mehreren Problemen zur selben Zeit. In China sinken Gewinne und Marktanteile, während lokale Hersteller schneller und günstiger neue Elektroautos entwickeln. In Europa belasten hohe Kosten und Überkapazitäten, in den USA kommen Zölle hinzu.
Zugleich steigt die Nachfrage nach Elektroautos, die für Volkswagen derzeit teilweise weniger profitabel sind als Verbrenner. Das verschärft den Zielkonflikt: Der Konzern muss den Technologiewechsel beschleunigen und gleichzeitig kurzfristig seine Margen stabilisieren.
Der Umbau ist auch ein Test für den Industriestandort Deutschland
Volkswagen gehört zu den größten privaten Arbeitgebern des Landes. Ein Stellenabbau dieser Größenordnung betrifft deshalb nicht nur den Konzern, sondern auch Zulieferer, Dienstleister und ganze Regionen.
Die aktuelle Restrukturierung zeigt, wie stark die deutsche Autoindustrie unter gleichzeitigem Technologie-, Kosten- und Wettbewerbsdruck steht. Ähnliche Debatten laufen bei Mercedes, BMW und großen Zulieferern.

