Mercedes erhöht den Druck auf seine deutschen Werke
Mercedes-Benz bezeichnet die Produktion in Deutschland im internationalen Vergleich als nicht wettbewerbsfähig. Der Konzern verweist dabei besonders auf hohe Arbeitskosten. Produktionschef Michael Schiebe sagte Beschäftigten im Stammwerk Sindelfingen, dass die heutigen Kostenstrukturen nicht dauerhaft tragfähig seien.
Nach den von Reuters wiedergegebenen Aussagen könnte Mercedes ein deutsches Montagewerk und ein Werk für Antriebstechnik schließen, falls die Kosten nicht ausreichend sinken. Welche Standorte konkret betroffen wären, nannte das Unternehmen nicht.
Der Konzern will Standorte halten, knüpft das aber an Bedingungen
Mercedes erklärte, das klare Ziel bleibe der Erhalt aller deutschen Werke. Dafür brauche es jedoch Rahmenbedingungen und interne Vereinbarungen, die die Produktivität deutlich erhöhen. Der Konzern versucht damit, Beschäftigungssicherung und Kostensenkung miteinander zu verbinden.
Der Gesamtbetriebsrat weist die Drohung mit Werksschließungen zurück. Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung darf der Umbau nicht einseitig über Zugeständnisse der Belegschaften finanziert werden.
Die Warnung steht für ein größeres Problem der deutschen Autoindustrie
Mercedes ist mit dem Kostendruck nicht allein. Volkswagen, BMW und große Zulieferer arbeiten ebenfalls an Spar- und Effizienzprogrammen. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz aus China, während US-Zölle und der Umbau Richtung Elektromobilität zusätzliche Kosten verursachen.
Für Deutschland ist das besonders relevant, weil die Autoindustrie weit über die Fahrzeughersteller hinausreicht. Entscheidungen über Werke treffen auch Zulieferer, Dienstleister und regionale Arbeitsmärkte. Die Debatte bei Mercedes ist deshalb mehr als eine interne Kostenfrage.

