Zwei Rekorde im dritten Quartal
Siemens hat im dritten Geschäftsquartal 2026 sowohl beim Auftragseingang als auch beim Gewinn des Industriegeschäfts neue Höchstwerte erreicht. Der Auftragseingang stieg vergleichbar um 14 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro. Der Gewinn des Industriegeschäfts legte um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Das geht aus den am 6. August veröffentlichten Geschäftszahlen des Konzerns hervor.
Die beiden Kennzahlen beschreiben unterschiedliche Entwicklungen. Der Auftragseingang erfasst neu gewonnene Bestellungen und gibt damit Hinweise auf die Nachfrage. Der Gewinn zeigt, was das Industriegeschäft im Berichtszeitraum erwirtschaftet hat. Dass beide Werte einen Rekord erreichten, verbindet eine starke Bestelllage mit einem höheren Ergebnis. Aus den Zahlen allein lässt sich jedoch nicht ableiten, welcher Anteil des Gewinnanstiegs auf einzelne Sparten oder Aufträge entfällt.
Smart Infrastructure zieht an
Besonders dynamisch entwickelte sich Smart Infrastructure. Die Aufträge der Sparte wuchsen um 42 Prozent auf acht Milliarden Euro. Damit lag ihr Zuwachs deutlich über dem vergleichbaren Plus von 14 Prozent beim gesamten Auftragseingang. Die Sparte bündelt den Teil des Siemens-Geschäfts, in dem die Nachfrage nach elektrischer Infrastruktur für Rechenzentren eine wichtige Rolle spielt.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres kamen aus dem Rechenzentrumsgeschäft rund sechs Milliarden Euro an Aufträgen zusammen. Diese Summe bezieht sich auf neun Monate, während die Angaben zu den acht Milliarden Euro und zum Wachstum der Sparte das dritte Quartal betreffen. Die Werte sind deshalb nicht direkt als Quartalsvergleich zu lesen. Siemens weist die Rechenzentrums-Aufträge als Teil der Entwicklung von Smart Infrastructure aus.
Rechenzentren als Nachfragequelle
Der weltweite Ausbau von Rechenzentren schafft Nachfrage nach elektrischer Infrastruktur und industrieller Technik. Die Siemens-Zahlen geben dafür einen konkreten Anhaltspunkt: Rund sechs Milliarden Euro an Bestellungen aus diesem Geschäft entfielen in den ersten neun Monaten auf Smart Infrastructure. Der starke Zuwachs der Sparte zeigt zugleich, dass die Rechenzentrumsnachfrage in einem größeren Geschäftsbereich des Konzerns auftritt.
Siemens ist ein deutscher Industriekonzern mit Sitz in München. Die Entwicklung ist daher auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland relevant, obwohl die genannten Aufträge nicht nach Ländern aufgeschlüsselt sind. Aus den vorliegenden Angaben geht nicht hervor, welcher Anteil der Bestellungen aus Deutschland stammt oder wo die zugrunde liegenden Projekte umgesetzt werden.
Aufträge sind noch keine Umsätze
Ein hoher Auftragseingang ist nicht gleichbedeutend mit sofort erzielten Umsätzen oder Gewinnen. Die Bestellungen werden im weiteren Geschäftsverlauf bearbeitet; wann sie sich in Umsatz und Ergebnis niederschlagen, ist aus den veröffentlichten Kennzahlen nicht ersichtlich. Auch die rund sechs Milliarden Euro aus dem Rechenzentrumsgeschäft sind Aufträge und keine ausgewiesenen Erlöse.
Die Zahlen belegen damit eine starke Nachfrage und ein Rekordergebnis im Industriegeschäft für das dritte Quartal. Wie dauerhaft der Schwung bei Smart Infrastructure ist und welchen Beitrag das Rechenzentrumsgeschäft künftig zum Gewinn leisten wird, lässt sich anhand dieser Angaben noch nicht bestimmen.

