Der Überblick/Wirtschaft

Pepco baut neues Logistikzentrum und sichert Frachtraten bis nächsten Sommer

Der Discounter mit mehr als 4.000 Filialen reagiert auf unzuverlässigere globale Lieferketten. Ein neues Zentrum bei Danzig soll Warenströme nach Europa flexibler verteilen.

Großes Warenlager mit Hochregalen

Pepco macht Logistik zur Preisstrategie

Der neue Standort nahe Danzig ist mehr als ein zusätzliches Lager. Ein Teil der Anlage dient als sogenanntes Deconsolidation Center. Container können dort nach ihrer Ankunft in Europa geöffnet und Waren erst dann auf einzelne Länder und Filialnetze verteilt werden.

Damit verschiebt Pepco Entscheidungen, die früher schon in Asien getroffen werden mussten, näher an den europäischen Absatzmarkt. Das erhöht die Flexibilität, wenn sich Nachfrage kurzfristig verändert oder einzelne Transportwege gestört sind.

Nur ein Teil der Container kommt noch pünktlich an

Pepcos Logistikchef Martin White beschrieb die aktuelle Lage als außergewöhnlich schwierig. Nach seinen Angaben kommen nur rund 35 Prozent der Containertransporte insgesamt pünktlich an. Sea-Intelligence bezifferte die globale Fahrplantreue im Juli auf 56,4 Prozent, in Shanghai sogar nur auf 21 Prozent.

Zu den Problemen zählen längere Routen durch Konflikte im Nahen Osten, Störungen im Roten Meer und wetterbedingte Verzögerungen in China. Für einen Händler mit niedrigen Preisen und schnellen Warenumschlägen sind solche Schwankungen besonders kritisch.

Langfristige Verträge sollen Preisspitzen abfangen

Pepco hat Containerverträge abgeschlossen, die über den kommenden Sommer hinausreichen. Der Konzern versucht damit, extreme Ausschläge bei Frachtraten zu begrenzen, ohne gleichzeitig große Sicherheitsbestände aufzubauen.

CEO Stephan Borchert sagte Reuters, Pepco wolle höhere Transportkosten möglichst nicht an Kunden weitergeben. Selektive Preisanpassungen seien aber denkbar, falls die gesamte Branche dauerhaft mit höheren Kosten konfrontiert bleibt.

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