Datenschutz wird zur operativen Digitalisierungsfrage
Rund jedes zweite befragte Unternehmen sieht Datenschutz als Hürde beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Das ist relevant, weil moderne KI-Anwendungen häufig große Datenmengen verarbeiten und sich die Frage stellt, welche Informationen für Training, Analyse oder automatisierte Assistenz genutzt werden dürfen.
In der Praxis betrifft das nicht nur große KI-Projekte. Schon bei internen Wissensassistenten, automatisierter Dokumentenanalyse oder der Nutzung externer KI-Dienste müssen Unternehmen klären, welche Daten verarbeitet werden und unter welchen Bedingungen sie das Unternehmen verlassen dürfen.
Der Reformwunsch ist breit – aber die Perspektive ist einseitig
90 Prozent der von Bitkom befragten Unternehmen halten eine gezielte Reform der Datenschutz-Grundverordnung für notwendig. Beim deutschen System der Datenschutzaufsicht sehen 93 Prozent Reformbedarf. Aus Sicht der Unternehmen besteht also ein deutlicher Wunsch nach einfacheren oder einheitlicheren Regeln.
Die Zahlen bilden allerdings ausdrücklich die Unternehmensperspektive ab. Datenschutz verfolgt neben wirtschaftlicher Praktikabilität auch den Schutz persönlicher Rechte. Aus einer hohen Unzufriedenheit der Unternehmen folgt daher nicht automatisch, welche konkrete rechtliche Änderung sinnvoll wäre.
Für KI zählt vor allem Rechtssicherheit
Für die Digitalisierung ist nicht nur die Strenge einer Regel relevant, sondern auch ihre Klarheit. Unternehmen investieren leichter in neue Systeme, wenn früh feststeht, welche Daten genutzt werden dürfen, welche Dokumentation erforderlich ist und wer Verantwortung trägt.
Gerade bei KI treffen Datenschutz, IT-Sicherheit, Urheberrecht und neue europäische KI-Regeln aufeinander. Für Unternehmen entsteht daraus ein wachsender Bedarf an technischer und rechtlicher Governance – und damit ein neues Feld zwischen Compliance und Produktentwicklung.

